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Folklore oder World Music

01. bis 01.02.2018

Das Fächerangebot an der Musikschule Aarberg ist sehr vielfältig. Fast jedes Instrument kann hier erlernt werden. Heute möchten wir Ihnen das Schwyzerörgeli vorstellen. Das typisch schweizerische Instrument wird wie sein grosser Bruder, das Akkordeon, an der Musikschule Aarberg unterrichtet.

Die Geschichte des Schwyzerörgelis beginnt um 1835 in Langnau im Emmental. Zu dieser Zeit wurden dort nämlich die ersten Handharfen gebaut. Aufgrund ihrer Herkunft wurden diese Instrumente „Langnauerli“ genannt. Zuvor erhielt der Österreicher Cyrill Demian 1829 ein Patent auf ein Instrument, welches er „Accordion“ nannte. Man vermutet, dass eine Handharmonika von Demian auch für das „Langnauerli“ als Vorbild diente.

Der erste Schwyzerörgelibauer war Robert Iten (1859–1918) aus Schindellegi im Kanton Schwyz. Bis heute ist man sich nicht einig, ob das Schwyzerörgeli seinen Namen vom Kanton Schwyz oder aber doch von der mundartlichen Form von Schweiz hat. Robert Iten erbaute das erste Schwyzerörgeli, indem er ein bestehendes Instrument um einen Resonanzkasten und eine dritte Knopfreihe (Kreuztöne) erweiterte. Durch den Kastenbau entstand der volle und unverwechselbare Klang, den das Schwyzerörgeli heute noch auszeichnet. Das Basssystem mit 18 Bässen war ein weiterer Fortschritt und wurde zur Grundlage für fast alle heute gebauten Örgeli. 1885 machte Iten sein Hobby zum Beruf und produzierte später seine Instrumente in Pfäffkon SZ.

Die bekanntesten und heute noch sehr begehrten Instrumente sind sicher die Nussbaumer und alten Eichhorn. Joseph Nussbaumer wurde 1882 in Schwyz geboren und wird oft als Stradivari des Schwyzerörgelibaus bezeichnet. Er gehört zusammen mit Alois Eichhorn und Ernst Salvisberg zu den wichtigsten Schwyzerörgeliherstellern der ersten Stunde. Seine Örgeli heben sich vor allem klanglich von den anderen Instrumenten ab. Eine Nussbaumer zu besitzen ist für die meisten Schwyzerörgelispieler ein Traum. Nicht selten werden von Liebhabern Höchstpreise für ein solches Instrument bezahlt. Heute gibt es eine ganze Reihe von Schwyzerörgeli-Herstellern. Bei manchen von ihnen verlassen pro Jahr nur wenige Instrumente die Werkstatt.

Neben den traditionellen Musikgruppen mit Schwyzerörgeli gibt es seit den 60er Jahren sogenannte Grossformationen mit zehn oder mehr Schwyzerörgeli und einem Kontrabass. Seit 1997 veranstalten diese alle vier Jahre das Eidgenössische Ländler-Grossformationen-Fest (ELGF), zuletzt am zweiten Septemberwochenende 2017 in Wattwil SG.

Das Schwyzerörgeli ist sehr vielseitig einsetzbar. Man hört seinen unverwechselbaren Klang heute auch in der Pop/Rock-Musik (z.B. Florian Ast, Trauffer) und sogar im Jazz.

schwyzeroergeli